MT-ONLINE Szene

Olle Kamellen und Superstimmung

Die Ärzte begeisterten 4500 Fans in der Herforder Innenstadt / Zweidreiviertel Stunden Programm

Sammelte wieder BHs: Ärzte-Sänger Farin Urlaub. MT-Foto: Ulrich Geisler

Von Rahel Krückemeier und Ulrich Geisler

Du bist die einzige für mich, Du bist so anders, Männer wollen alle nur das Eine, Frag nicht nach Sonnenschein beinahe sinnlos aneinandergereihte Sprüche. Aber nur beinahe. Wenn man sie dann doch sinnvoll miteinander verbindet, und noch etwas Musik dazu gibt, dann macht das einen Superhit aus. Nämlich Ein Schwein namens Männer die Hit-Single der Berliner Band Die Ärzte ist in aller Munde.

4500 Fans in der Herforder Innenstadt standen am Donnerstagabend Kopf, als Die Ärzte auf die Bühne kletterten. Schon zuvor hatten The Busters, eine der bekanntesten deutschen Ska-Bands, ordentlich eingeheizt. Seit Wochen war der Auftritt der beiden Bands ausverkauft. Nicht wenige der Zuschauer konnten sich anfangs gar nicht recht entscheiden, ob sie denn nun die Busters oder die Ärzte besser fanden. Aber als das Trio aus Berlin ihren Auftritt mit Ein Lied für Dich von der neuen CD begannen, war alles klar: Die weitaus meisten waren wegen der Fun-Punkrock-Band gekommen. Und die ließ sich nicht lumpen und machte wie immer zweidreiviertel Stunden volles Programm, spielte viele ihrer größten Hits.

Nicht nur, daß die Ärzte länger als viele andere Bands spielen die selbsternannte beste Band der Welt bietet mehr auch noch für wenig Geld. Michael, seit 20 Jahren Fan: Mein letztes Konzert war vor zwölf Jahren. Damals wurde der Auftritt verlegt, weil die Halle nicht vollzukriegen war. Toll finde ich, daß das Preisniveau gehalten wurde. Damals habe ich 20 Mark bezahlt, jetzt muß man 33 Mark hinblättern.

Solche Preise kommen gut an und das ist auch wichtig, denn der Großteil der Patienten ist im Taschengeld-Alter. Außerdem bleibt dann auch noch Geld, um Poster oder T-Shirts zu kaufen. Daran, wie viele Fans Ärzte-Kluft trugen, merkt man, daß das Merchandising bald wichtiger ist als der Plattenverkauf.

Nach eineinhalb Stunden verließen die drei Berliner erstmals die Bühne. Es folgte der Zugabenteil, fast ebenso lang wie der Auftritt zuvor. Doch zunächst mußte die Forderung nach Zugabe eingeübt werden. Auf der linken Seite ruft ihr Zu, rechts ga und in der Mitte be, fordert Farin die Fans auf und machte sich einen Spaß aus dem Durcheinander, daß er als Dirigent (Be-Ga-Zu) auslöste. Nun folgte Hit auf Hit und natürlich Männer sind Schweine, verstärkt von den Busters. Aber selbst dann war das Konzert noch nicht zu Ende . . .

 

SEITENANFANGE-MAILMINDENER TAGEBLATT