(Dieses Konzert war außerhalb Frankfurts nur den Fanclub-Mitgliedern bekannt und deshalb nicht auf diesen Web-Seiten angekündigt worden !!!)
VON DANIEL METZLER:
Nachdem ich und meine 2 Kumpels uns auf die Rückfahrt von Köln
über Frankfurt Richtung Heimat gemacht hatten und unterwegs noch jemanden
für 10DM an unsrem Wochenendticket teilhaben liesen, ereignete sich
nach dem letzten Umstieg ein Vorfall, der mal wieder den Hass auf Bullen
und System anheitzte. Nachdem die Schaffnerin (sie hatte einen nicht zu
übersehenden Damenbart - bäh!) uns kontrollierte kam sie zu einem
Mann, der wie so viele andere ohne gültigen Fahrschein unterwegs war
und dem sie erklärte, dass sie jetzt 60 Mark von ihm haben will, seinen
Ausweis oder die Türen bleiben zu bis die Bullen kommen. Natürlich
wollte der Typ nicht nachgeben und so schloss sie einfach die Zugtüren
ab und verständigte die Bullen. So standen wir also 25 Minuten in
Offenbach und warteten bis die Bullen kommen. Die Schaffnerin hatte inzwischen
einen Zugbegleiter verständigt, der auf den bösen bösen
Mann aufpassen sollte. Und da sich die Bullen nicht die Mühe machten
sich zu beeilen witterte der Typ seine Chance, er riss sich vom Zugbegleiter
los und rannte richtung Lok. Er muss geahnt haben, dass die Tür die
normal zum näxten Wagen führt, hier aber an der Lok endete, nicht
verschlossen war und so entkam er durch die Tür. 5 Minuten später
waren die Bullen endlich da und ich muss sagen, die sahen aus als wären
sie grade erst aufgestanden. Also hab ich mir die mitgenommene Klampfe
geschnappt und mit meinen Kumpels erstmal BGS angestimmt, was die Bullen
aber zum Glück gar nicht mitbekommen haben, weil sie ja draußen
waren und die normalen Zugtüren noch immer abgeschlossen waren. (An
alle Gitarristen die schon immer mal BGS nachspielen wollten, hier
könnt ihr euch die Akkorde runterladen). Na toll, nachdem wir endlich
am richtigen Bahnhof angekommen waren, war natürlich der Anschlussbus
weg und so mussten wir noch 35 Minuten auf den näxten warten, weshalb
wir eine Stunde später als geplant zu Hause waren. Am Freitag hatte
ich mich schon mit einem andren Kumpel, der mit mir zum Konzert nach Frankfurt
gefahren ist, für viertel vor 5 am Bahnhof verabredet. Aber weil ich
letzte Nacht so wenig Schlaf hatte und auch vergessen hab meinen Wecker
auf 16Uhr zu stellen, hab ich natürlich erstmal verschlafen und wurde
erst von meinem Kumpel der am Telefon war geweckt. So sind wir also eine
Stunde später als geplant nach Frankfurt gefahren und mit der U-Bahn
zur Batschkapp
getuckelt. Doch irgendwie war im Vergleich zu normalen Ärzte-Konzerten,
wie auch gestern schon recht wenig vor der Halle los. Und auch heute waren
die Kontrollen am Eingang wieder ziemlich nachlässig, also kein Abtasten
sondern nur Rucksackkontrolle. Die Halle sieht von außen zwar aus
wie eine abrissreife Fabrik, von innen aber wie geschaffen für alles
was laut ist. Doch irgendwas musste heute ja schief gehn, und so war es
auch. Nachdem wir endlich die Garderobe gefunden hatten, wurde uns mitgeteilt
das diese heute Abend geschlossen ist, weil sie mit Kisten der Band vollgestopft
ist. Was soll das denn? Kann das mal jemand rechtfertigen? Naja, wir sind
dann erstmal vor zur Bühne gegangen und haben uns mal wieder auf Farins
Seite gestellt. Unsre Jacken und Rucksäcke haben wir dann neben an
die Wand gelegt und gehofft, dass sie da in 2 1/2 Stunden auch noch liegen.
Doch irgendwie war ich mir nicht sicher, ob ich hier auf dem richtigen
Konzert bin. Das Publikum sah nämlich eher so aus, als würden
sie jeden Moment "Wolle Petry" brüllen. Neben mir und meinem Kumpel
stand z.B. ein Junge, vielleicht 15 Jahre alt, der seine Mutter dabei hatte,
die gradmal 2 Köpfe kleiner war als ich. Irgendwie hatte ich richtig
Angst um die, weil die genau im Pogobereich stand und das bestimmt nicht
überleben würde. Als ich mich mit meinem Kumpel genug über
diese Leute lustig gemacht hatte, hab ich mal auf die Uhr geschaut und
bin ertsmal erschrocken. 5 vor halb neun! Das Konzert sollte doch schon
um 8 Uhr angefangen haben. Egal, für die beste Band der Welt nimmt
man sogar noch 15 Minuten mehr in kauf. Nachdem also mit 40 minütiger
Verspätung endlich das Licht ausging und das Debil-Intro bestimmt
10 mal ertönte, gings endlich mit "Dauerwelle vs. Minipli" los, quasi
um nochmal die Mischpulteinstellungen zu checken. Irgendwie fand ich aber
das Konzert im Vergleich zum Köln-Konzert am Vortag nicht so toll,
was aber nicht an der Band lag (die haben auf jeden Fall mehr Quatsch und
dumme Sprüche gemacht als gestern), sondern eher an der Tatsache,
das meine Arme von blauen Flecken übersäht waren und sie mir
beim Pogen dementsprechend weh taten. Es lag aber auch zum Großteil
am Publikum. Es wollte einfach nicht richtig Stimmung aufkommen, was vielleicht
daran lag, das zwar im Pogobereich vor der Bühne genug Platz war,
aber ab der 15. Reihe oder so, alle ziemlich gequetscht zusammenstanden
und noch nicht mal Platz genug war, um ganz normal zu hüpfen. Zur
Halle ist noch zu sagen, dass sie ungefähr die gleich Größe
hat wie die Kantine in Köln aber vor allem ist die Belüftung
viel besser. Dann begann Farin damit, sich über Rödelheim (das
ist das von Frankfurt, was St.Pauli von Hamburg ist, glaub ich) und Offenbach
lustig zu machen, was zwar mit Pfiffen beantwortet wurde, ich aber nicht
besonders lustig fand, obwohl ich ja ein echter Hesse bin (langsam nervt's
einfach). Farin war auch bemüht, den Stagedivern zur Vorsicht zu raten,
denn wenn "ich da unten stehen würde, und nen Fuß in die Fresse
bekomme, würd ich zurücktreten". Doch als das nicht half, beförderte
Andi die Diver nicht mehr zurück ins Publikum sondern hinter der Bühne
herum wieder an den normalen Publikumeingang. Was gestern nicht klappte,
gelang Farin heute umso besser. Als Bela die Sticks an die Seite gelegt
hatte und zum Handtuch griff, begann er mit "Wie am ersten Tag" und freute
sich riesig, dass er Bela mal wieder blosgestellt hatte. Als Rod grade
die obligatorische Ansage zu "2000 Mädchen" machen wollte brüllte
jemand aus dem Publikum schon die Antwort, noch bevor die Frage gestellt
wurde. Das endete dann darin, dass Farin mit uns eine Runde Jeoparty spielte
und dass dann auch nochmal in Zeitlupe. Nachdem wohl jemand die ganze Tour
mitgereist war und die Setlist schon auswendig konnte rief er zum richtigen
Zeitpunkt "Karaoke!" was Farin mit einem "Petze!" quittierte. Die Auswahl
der Kandidaten dauerte im Vergleich
zu
Köln viel länger. Als KandidatIN wurde ein "Jens" ausgewählt
(Brian hat Bela wohl was in seine Gatorade-Flasche gemixt, denn man konnte
eigentlich erkennen, dass es sich um ein Mädchen handelte) die gegen
Thorsten antreten musste, der aber wenn man ihn nicht von der Seite gesehen
hatte, aussah wie eine Mädchen. Jens wünschte sich "Geschwisterliebe"
was mit einem nicht enden wollenden Applaus bejubelt wurde und schon vorzeitig
den Sieger des Karaoke-Wettbewerbs festlegte. Zwischendrin wollte sie Farin
zwar mal ins Solo singen, aber im Ganzen hat sie das Lied bestens gemeistert.
Thorsten schoss aber dann den Vogel ab, als er sich den Moskito-Song "Sie
tun es" wünschte und alle drei Ärzte am liebsten im Boden versunken
wären. Denn keiner von ihnen wusste mehr wie das Lied zu spielen ist,
geschweige denn in welcher Tonart. Farin meinte dann, dass sie es probieren
würden, wenn es aber nicht klappt, wir dass ganze einfach vergessen
sollten und sie nochmal von vorne anfangen würden. Doch sie wären
nicht die beste Band der Welt wenn sie das nicht auch hinbekommen hätten.
Vom Gesang her war es perfekt und auch die andren waren dann doch positiv
überrascht wie gut das Lied geklappt hatte. Als Preise gab es diesmal
einen Sack Katzenstreu für "Jens" und ein Abschleppseil für "den
anderen", wie Bela ihn nannte. Nachdem sie nach "Langweilig" zum ersten
Mal von der Bühne gegangen waren kamen sie wieder und nichts war mehr
wie es vorher war. Farin hatte nämlich die supi Idee, jedes noch folgende
Lied im Ska-Stil zu spielen, was total genial war und das eher träge
Publikum nochmal richtig einheitzte. Das gipfelte dann darin dass "Elke"
mal wieder völlig entgleiste und zu einem 10-Minuten-Stück wurde.
Die erste Strophe wurde gleich 2mal mit verändertem Text und im original
Discofunk-Stil gespielt "Auf dem Friedhof war.... es ziemlich funky, woho
so richtig funky". Zwischendurch konnte man während dem Refrain immer
mal kurz Pogo tanzen und ich musste jedesmal wieder lachen, wenn Farin
"meine Gitarre ist ganz schön funky" Urlaub die näxte Strophe
wieder im Ska-Stil spielte. Das ging dann wie gesagt so ca. 10 Minuten
(Hat das vielleicht jemand mitgeschnitten, dann mailt
mir bitte!) Als Ska-Krönung gab es dann noch "Mutherfucker 666" was
sie wie auch "Teenager Liebe", "Meine Freunde" und "Buddy Holly's Brille"
am Vortag in Köln nicht gespielt hatten, dafür wurde aber "BGS"
und bestimmt noch ein paar andere Lieder aus dem Programm genommen. Farin
meinte dann dass es schon ziemlich spät sei und sie jetzt gehen würden.
Sie kamen aber noch ein letztes Mal "Wie, ihr seid ja immer noch da, da
hinten ist der Ausgang!" und spielten "Zu Spät", natürlich auch
teilweise im Ska-Stil. Zum Schluss wollten sie eigentlich wieder "Gute
Nacht" A-cappella singen, was aber auch nach mehreren Anläufen nicht
klappte und so sangen die dann halt "Sie kratzt, sie stink, sie klebt"
A-cappella und verabschiedeten sich mit einer Rückwärts-Pyramide.
Die Heimfahrt begann damit, dass wir nachdem wir aus der Halle draussen
waren, nur 2 Minuten Zeit hatten, zur U-Bahn-Station zu rennen um die U-Bahn
noch zu kriegen, die uns mit dem letzten Zug richtung Heimatort verbunden
hat. Nachdem auch diese letzte Aktion erfolgreich gemeistert wurde, sind
wir im Zug erstmal in einen Todesschlaf gefallen und am näxten Tag
nicht in die Schule gegangen. Puh, das war harter Stoff!
Bilder & Text © by GoH alias Daniel Metzler