(Dieses Konzert war außerhalb Kölns nur den Fanclub-Mitgliedern bekannt und deshalb nicht auf diesen Web-Seiten angekündigt worden !!!)
VON DANIEL METZLER:
Da bestellt man 3 1/2 Monate vorher die Karten und hofft, dass man gesund
bleibt und dann das: Am Mittwoch vor dem Konzert, nach der Probe mir meiner
Band, stand ich total nassgeschwitzt 15 Minuten im eiskalten Wind an der
Bushaltestelle um Heim zu fahren und hab mir auch prompt 'ne böse
Erkältung eingefangen. Das kann doch nicht wahr sein! Naja, nachdem
meine Übernachtungsmöglichkeit angeblich von Anfang an ausgefallen
war (Hallo Wölle) hab ich mich dann am Mittwoch Abend im DZS-Chat
während der Live-Übertragung vom Konzert in Leipsch mit Synthex
verabredet, dass er mich und meine 2 Kumpels am Hbf in Köln abholt
und uns den Weg zur Kantine zeigt. Auf der 5 stündigen Zugfahrt über
Frankfurt durchs Siegerland nach Köln, haben wir unterwegs in Gießen
2 ziemlich verrückte Ärzte-Faninen im Gothic-Dress aufgegabelt,
die ziemlich froh war'n, uns getroffen zu haben, weil sie, wie es sich
für junge Damen nun mal gehört, keine Ahnung hatten, wie sie
nach Köln, geschweige denn zur Kantine kommen sollten. (Wenn eine
von Euch beiden das hier liest, mailt
mir doch mal) Also sind wir mit denen dann nach Köln weitergefahrn
und haben dort vergeblich nach Synthex gesucht. Ich hätte ihn sowieso
nicht erkannt, weil ich nur ein altes, unscharfes Foto von ihm hab, und
so sind wir erstmal runter in die Bahnhofshalle und haben die supermodernen
Schließfächer gesucht. Nachdem wir also ziemlich hilflos auf
dem Stadtplan den Stadtteil Nippes suchten sind wir 3 (Ich, Patrick und
Fabian) mit den 2 Verfolgerinnen im Schlepptau zum Infoschalter der Deutschen
Bahn gegangen und haben uns nach einer S-Bahn-Verbindung zur Kantine erkundigt.
Aha, S11 auf Gleis 11, na toll. Also wieder zurück zum anderen Ende
vom Bahnhof und am Bahnsteig schön brav auf die S-Bahn gewartet. Und
dann stand er plötzlich vor mir: Synthex APM himself - ich hätte
ihn wirklich nicht erkannt, wenn er mich nicht angesprochen hätte.
Naja, wir sind dann mit unsrem und seinem Gefolge in die S-Bahn, 3 Sationen
weiter wieder ausgestiegen und noch 5 Minuten bis zur Halle gelaufen. Ich
war mir erst nicht ganz sicher ob wir da richtig waren. Man muss nämlich
erst über einen riesigen Platz laufen, der aussieht, als würden
da nachts illegal Autos verkauft. Aber als wir dann aus diversen Autos
Ärzte vom Band hörten und auch schon erste Gleichgesinnte sahen,
waren wir dann doch erleichtert. Doch obwohl wir ziemlich spät dran
waren, war vor der Halle noch recht wenig los. Der Einlass verlief ziemlich
schnell und reibungslos und die Personenkontrollen waren
mal wieder mehr als fahrlässig. Wenn man wie ich einen Rucksack dabei
hatte, wurde man noch nicht mal abgetastet. Ich hätte also locker
'ne Videokamera oder ein Tonbandgerät in meine Hose stecken können,
aber ich hatte mich auf einen Fotoapparat beschränkt. Nachdem ich
mich am T-Shirt-Stand eingedeckt und den Rucksack an der Garderobe abgegeben
hatte, hab ich erstmal in Richtung Bühne geschaut und war dann doch
angenehm überrascht. Die Kantine ist die beste Halle die ich bis jetzt
gesehen habe. Einfach genial! Links und rechts eine Theke, hinten Garderobe,
Toiletten und Ausgang. Ich bin dann mit meinen 2 Begleitern vor zur Bühne
und haben uns in die 5. (oder war's die 10.) Reihe auf Farins Seite gestellt.
Die Sicht war ziemlich gut, weil ich einer der größten war und
so über die meisten drüber schauen konnte. So warteten wir also
ein gute Stunde und als dann das Licht ausging, wurde die Halle vom bekannten
Ich-bin-erst-14-und-will-Euch-ficken-Geschrei erfüllt, tststs. Das
Konzert begann fast PINKtlich (Irgendwie versteh ich Stefan nicht, färbt
sich die Haare zwar pink, aber sieht sonst ganz normal aus und hat sogar
das T-Shirt in die Hose gesteckt) auf die Minute (was man vom Konzert in
Ffm am näxten Tag nicht sagen kann) mit dem Debil-Intro vom Band,
während DZS in weiße Bademäntel gehüllt die Bühne
betraten. Als Opener gab's, wie schon letztes Jahr auf der Warped-Tour
"Dauerwelle vs. Minipli". Doch an Pogo war jetzt noch nicht zu denken,
es war mehr ein Gedrücke nach hinten um erstmal Platz für einen
Pogo-Kreis zu schaffen, was noch die näxten 3-4 Lieder so weiter ging.
Als näxte Stücke kamen "Westerland" was direkt in "Ohne dich"
überging. Danach begrüßte der Gitarrist dieser Band uns
erstmal mit einem nüchternen "Hallo übrigens!" Nachdem noch 2-3
Songs zum besten gegeben wurden, waren die Fronten vor der Bühne endlich
geklärt und es konnte mit dem besten Pogo den ich bisher erlebt hab,
begonnen werden. Es war weder zu hart (also keine Knalltüten, die
wild um sich boxen) noch zu langsam (man muss also schon 'ne gute Kondition
haben). Genau richtig um 2 1/2 Stunden Spaß zu haben und ordentlich
blaue Flecken einzustecken. Was noch lustig war, ist die Tatsache, dass
ich trotz meiner Größe relativ leicht bin, und so oft zum Spielball
der Pogofraktion wurde. Das hatte aber den Vorteil, dass ich ziemlich oft,
ganz unfreiwillig ;-) in junge, sehr hübsche Damen reigekracht bin
und sie ganz zufällig an diversen Körperteilen berührt hab
(sabber, lechz) Und dann war da noch das Phänomen des 30-Sekunden-Power-Pogo,
soll heißen nach jedem Lied gabs 'ne Ansage, quasi als Verschnaufpause
gedacht, und dann ging's 30 Sekunden richtig zur Sache, was das Pogen betrifft.
Danach war einfach die Luft raus, was vor allem an der 99%igen Luftfeuchtigkeit
und der Raumtemperatur von mindestens 50 Grad im Schatten des Scheinwerferlichts
lag. Kurz vor dem Karaoke-Part, bin ich mal schnell auf die Toilette um
mich abzukühlen und den Wasserspiegel in meinem Magen anzuheben. Als
ich wieder rauskam lief plötzlich Prominenz in Gestalt von DocWölle
an mir vorbei, den ich auch gleich mal grüßte. Der meinte aber
nur "Ah, neue Frisur? Ist ja ganz schön warm hier drin." Und bevor
ich ihm sagen konnte, dass ich ihn schon vorher im Getümmel gesehn
und auf die Schulter geklopft hab, (er hatte sich umgedreht, mich aber
net gesehn) war er auch schon wieder weg. Dann hab ich auch noch Vio vom
Ältestenrat gesehn und ich muss sagen, sehr schick mit den langen
dunklen Haaren. Dann kam also der Karaoke-Teil und ich hab mich an Gwendoline©
(keine Ahnung ob sie's wirklich war, sah zumindest so aus) drangehängt
und bin ihr wieder bis ganz vorne hin gefolgt. Die Kandidaten waren heute
eine super-süße Schnitte aus dem Publikum, namens Daniela, die
unbedingt gegen Markus von Fanclub antreten wollte. Sie entschied sich
für "Opagirl" und veränderte auch sinnvollerweise den Text "je
reicher je
besser"
oder "...die sich in enge Levi's Jeans pressen" was dem Farin-Imitator
jedesmal ein Grinsen über alle 3 Zahnreihen entlockte. Als Belohnung
bekam sie einen nicht enden wollenden Applaus vom Publikum. Dann war Markus
an der Reihe und versuchte sich an "Hütchenspiel". Stefan hatte sich
wohl die neue Live Platte sehr genau angehört und spielte den Mittelpart
so wie auf der Live-CD, was Markus etwas verwirrte und Farin (ist kürzer
zu schreiben) meinte "Improvisation ist alles". Jetzt waren wir an der
Reihe und mussten per "Klatsch-o-Meter" abstimmen wer der bessere war.
Daniela ging natürlich eindeutig als Siegerin hervor und bekam super
nützliche Preise in Form von einem Spaten und grünen Gartenschuhen
aus Holz, die mittags an irgendeiner Autobahntanke gekauft wurden. Au backe!
Als Lieblingslied in "Radio brennt" bekamen wir diesmal "The bad touch"
von der Bloodhound Gang zu hören. Nachdem Farin die letzten Noten
vom Schlussolo von "Langweilig" gespielt hatte, gingen sie zum ersten mal
von der Bühne. Und zu meiner Verwunderung nahmen einige Leute im Publikum
den Abgang ernst und gingen richtung Ausgang, dabei weiß doch jeder,
dass ein Ärzte-Konzert erst dann vorbei ist, wenn "zu spät" oder
"Gute Nacht" bzw. beides gespielt wurde, Günther sein "Remember, I
love you" ins Mikro gestöhnt hat und die obligatorische 3-Mann-Pyramide
eingestürtzt ist. Irgendwann während dem Konzert (ob es erst
bei den Zugaben war, weiß ich nicht mehr) bekam Schlagzeuger Volker
einen Dildo mit Eiern dran zugeworfen, der sogar, wie ich am näxten
Tag in Frankfurt bemerkt habe, im dunkeln leuchtet. Als Farin mal wieder
ein Intro spielte, kam er mit dem Dildo hinterm Schlagzeug hervor, stellte
sich vor Farin und saugte genüsslich daran, worauf Farin ziemlich
laut lachen musste. Doch Bela hatte noch nicht genug, und so drückte
er auf die Eier und ließ sich eine weiße Flüssigkeit in
den Mund laufen und dann wieder heraustropfen. Nachdem Brian (Belas Schlagzeug-Roadie)
ihm den Mund abgewischt hatte, gings weiter mit dem Lied. Ziemlich am Anfang,
als es mal kurz still im Publikum war, rief jemand "Fick mich Farin!" worauf
Farin antwortete "Wie, hier jetzt gleich? Ok, dann komm hoch." Das Mädchen
kam dann aber doch nicht, obwohl sich Farin schon die Gitarre abgehängt
hatte und er meinte dann "Immer diese leeren Versprechungen! Aber alle
andren, die mich auch noch ficken wollen, stellt euch da (er zeigte auf
einen Notausgang, der aussah, als würde er zu den Backstagebereichen
führen) schön
in einer Reihe auf, ich komm dann und naja, wer die andren beiden noch
ficken will, das geht nur über mich" Und dann musste er erstmal wieder
über sich selbst lachen. A propos ficken, irgendwann kam Bela hinterm
Schlagzeug hervor und kniete sich vor Farin, der ihn auch gleich angetäuschter
Weise in den Arsch fickte. Was noch zu bemerken ist, ist dass sie im Vergleich
zu Frankfurt ziemlich wenig Quatsch machten und auch wenig Drumsticks und
Pleks ins Publikum warfen. Nachdem Farin sich während "zu spät"
dauernd über Bela lustig machte sang er dann noch "...doch dann ist
es zu spät, mein lieber Schlag-zeu-ger" Als letztes Stück gab
es "Gute Nacht" A-Capella und dann die 3-Mann-Pyramide, die heute aber
nicht so richtig funktionieren wollte und schon vorzeitig einstürzte.
So viel also zum Konzert. Nachdem wir unsere Sachen an der Garderobe abgeholt
und uns ein frisches T-Shirt angezogen hatten, sind wir durch leichten
Nieselregen zur S-Bahn-Station gelaufen, ohne zu ahnen, was uns in dieser
Nacht noch alles wiederfahren sollte. Im Hbf haben wir dann erstmal unsre
Sachen aus dem Schließfach geholt und uns nach einem Schlafplatz
umgesehn. Wir entschieden uns dann ganz spontan, die Bühne zu besetzten,
die mal zur Einweihung des renovierten Kölner Hbfs diente. Aber wir
waren nicht die einzigen, die sich da niedergelassen hatten, nein, es waren
auch noch Kölner Fussball- und Eishockey-Fans und natürlich einige
besoffene Mitmenschen da. Und einer von denen wollte wohl unbedingt noch
vermöbelt werden, denn er sang ab ca. 0 Uhr die ganze Zeit "Spitzenreiter,
Spitzenreiter, hey, hey!" Das ging dann bis um halb 2 und keiner konnte
ein Auge zumachen. Der Höhepunkt war aber, als ein Penner (das soll
jetzt nicht abwertend klingen) sein Gebiss rausnahm und es dem grölenden
Proll hinhielt, so als wolle er ihm sagen, ich stopf dir hiermit gleich
dein Maul. Auch mann was ham wir gelacht. Naja, nachdem ich dann noch bekanntschaft
mit einem hübschen Mädchen gemacht hatte (nagut, sie hatte mich
nach Kippen gefragt, was ich als Nichtraucher aber leider verneinen musste),
und der Proll endlich ruhig war, ham wir dann schön bis um kurz vor
6 geschlafen. Wir ham dann unser Zeug gepackt und sind in den Zug richtung
Koblenz. Was uns da noch passierte könnt ihr im Frankfurt-Bericht
nachlesen.
Hier noch die Setlist, garantiert unvollständig und in falscher Reihenfolge:
Dauerwelle vs. Minipli
Westerland
Ohne dich
zu spät
Elke
Rebell
Kopfüber in die Hölle/Revolution
Schunder-Song
2000 Mädchen
Ein Lied für dich
BGS
Hütchenspiel (Karaoke)
Wie am ersten Tag
Ignorama (?)
Lest die Prawda
Radio brennt
Du willst mich küssen
Langweilig
Angeber
Hurra
Roter Minirock
Friedenspanzer
Meine Ex(plodierte Freundin)
Liebe & Schmerz
Ist das alles?
Grace Kelly
Ausserirdische
Vermissen, Baby
Opfer
Sie kratzt, sie stinkt, sie klebt
Omaboy (Opagirl-Karaoke)
Gute Nacht
Was ich vermisst habe ist: Ich weiß nicht ob es Liebe ist / Schrei
nach Liebe / Der lustige Astronaut und Madonnas Dickdarm
Bilder & Text © by GoH alias Daniel Metzler
MG.Rickers, 05.05.00